Kleinkinder und Vorschulkinder
In dieser Altersgruppe kümmern wir uns um die Frührehabilitation und um Entwicklungsförderung.
Dazu entwickeln wir auf die Kinder zugeschnittene Therapiekonzepte zur Förderung des kindlichen Spiels,
des sozialen und emotionalen Verhaltens, der Grob- und Feinmotorik. Wir trainieren ihre Wahrnehmung und deren
Steuerung.
Schulkinder
Bei Schulkindern treten häufig immer noch Wahrnehmungsprobleme, Schulleistungs- und Verhaltensprobleme sowie
Konzentrationsstörungen (ADS/ADHS) auf.
Unsere Therapien stützen, stärken und verbessern die Wahrnehmung, das Bewegungsverhalten, die Graphomotorik,
kognitive Bereiche wie Ausdauer und Konzentration und das Verhalten des Kindes.
Erwachsene
Zu unseren erwachsenen Patienten zählen Unfallgeschädigte, Langzeiterkrankte oder Senioren. So kümmern wir uns um
die ambulante Rehabilitation im Anschluß an den Klinikaufenthalt, helfen in den Bereichen Kommunikationsfähigkeit,
Alltagsbewältigung und berufliche Integration und unterstützen unsere Patienten dabei, ihre Selbständigkeit zu
erhalten und mobil zu bleiben. Dabei beraten wir auch über den Einsatz entsprechender Hilfsmittel und über eine
Wohnraumanpassung.
Zu unseren Behandlungszielen zählt in allen Bereichen die Lebensqualität zu verbessern und zu erhalten.
Therapien
SI-Therapie
Diese wurde vorrangig durch die amerikanische Psychologin und Ergotherapien Jean A. Ayres begründet.
„Sensorische Integration ist die Möglichkeit, sensorische Informationen für den Gebrauch zu organisieren.“ (Ayres)
D.h. ankommende Reize jeglicher Art, über die Haut, die Muskeln, das Gleichgewichtsorgan, die Augen, die Ohren,
den Geschmacks-Geruchssinn müssen vom Gehirn in einem kontinuierlichen Fluss überprüft, selektiert, gefördert,
gehemmt, verglichen werden, um integriert zu handeln und sich zu bewegen. Die SI-Therapie behandelt
vorrangig Kinder, die Schwierigkeiten haben, diese Reize adäquat in ihren Handlungen zu integrieren
(Modulations- oder Wahrnehmungsstörungen).
Durch ein breites Angebotsspektrum in der Therapie, soll das Kind anhand von Erfahrungen mit diesen Reizen lernen,
sich diese zu nutzen zu machen, um gut und sicher handeln zu können.
Denn eine intakte sensorische Integration ist die Grundlage für motorisches Planen, einen angemessenen
Haltungshintergrund, Raumwahrnehmung, motorisches, kognitives, soziales und emotionales Lernen,
Selbstbewusstsein und Selbständigkeit.
Die Diagnose wird aufgrund von Beobachtungen, die der Therapeut macht und von Anamneseinformationen gestellt.
ADS/ADHS Therapie
Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining
Kinder mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen haben vor allem Schwierigkeiten eine Aufgabe über einen
längeren Zeitraum zu bearbeiten, Aufgabenirrelevantes auszublenden, mit dem Zeitmanagement und die Aufmerksamkeit
aufrecht zu erhalten.
Kinder mit Problemen in diesen Bereichen sollen durch spezielle Trainings lernen, ihre Aufmerksamkeit zu
fokussieren, das selbständige Bearbeiten von Aufgaben und die positiven Ergebnisse zu verstärken.
Trainingsinhalte sind u.a. Wahrnehmungstraining, Selbsteinschätzung und -instruktion, inneres Sprechen,
Verhaltensmodulation und Entspannung. Häufig werden Verstärkersysteme (Token) eingesetzt um Verhalten zu
modulieren. Parallel zu den Trainingseinheiten findet auch der Transfer in den Alltag des Kindes, in Kindergarten,
Schule, familiäres Umfeld statt. (angewendete Programme sind z.B. MKT, Lauth & Schlottke, Ettrich)
Elterntraining
Hier sollen Eltern theoretisches und praktisches Wissen über den Umgang mit ihrem Kind, Hilfestellungen und
Fördermöglichkeiten bekommen. Durch individuell angepasste Anregungen sollen die Eltern „Experten in eigener
Sache“ werden und sich bei Problemsituationen aus einem Pool von praktischen Anleitungen bedienen. Ziele eines
solchen Trainings sind emotionale Entlastung und Unterstützung der Eltern, Erlernen einer positiven
Eltern-Kind-Kommunikation, Konsequenz und Lob vor Strafe. ( angewendete Programme sind z.B. THOP, OptiMind)
Als Grundvoraussetzung für eine Kostenübernahme des Jugendamtes, muss vorab ein Antrag beim zuständigen Jugendamt nach § 35a
(Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche) zur Behebung einer Lese- Rechtschreibschwäche und/oder Rechenschwäche, durch die eine
seelische Behinderung droht (Bundesgesetz: KJHG/SGBVIII) gestellt werden.
Training/Therapie bei Legasthenie/ LRS/ Dyskalkulie
Kinder mit Schwächen in einem oder mehrerer der o.g. Bereiche, haben Schwierigkeiten ihre Aufmerksamkeit auf das Schreiben,
Lesen, Rechnen zu richten, wenn Symbole, wie Zahlen und/oder Buchstaben auftauchen.
Dann werden sie unkonzentriert und sind leicht ablenkbar, Verunsicherung und teilweise auch Angst hiervor wird sichtbar.
Beispielsweise machen diese Kinder vermehrt Wahrnehmungsfehler oder Rechtschreibfehler beim Schreiben,
können nicht zusammenhängend lesen, den Inhalt somit auch nicht verstehen und beim Rechnen kommen sie zu keinem oder einem
falschen Ergebnis. Diese Kinder haben also Defizite in der Aufmerksamkeit, in den Funktionen und zeigen deutliche Symptome.
Genau hier setzt die Therapie an. Bewehrt hat sich die AFS-Methode (Aufmerksamkeit Funktion Symptom-Methode) die sowohl
den Ursachen als auch den Symptomen einer Legasthenie/ LRS/ Dyskalkulie gerecht wird. Sie wird deshalb auch als allumfassende
und offene Methode bezeichnet und sie stellt die Individualität des Betroffenen in den Vordergrund.
Aus diesem Grund finden diese Trainingseinheiten auch nur in Einzelsituationen statt, da kein legasthenes/dyskalkules Kind
wie ein Anderes ist. Eine Trainingsstunde 1x wöchentlich dauert 60 Minuten, eine ausführliche Diagnostik sollte vorangegangen
sein und Arbeitsblätter/Trainingsmaterialien werden in den häuslichen Übungsplan integriert.
Als Grundvoraussetzung für eine Kostenübernahme des Jugendamtes, muss vorab ein Antrag beim zuständigen Jugendamt nach § 35a
(Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche) zur Behebung einer Lese- Rechtschreibschwäche und/oder Rechenschwäche, durch die eine
seelische Behinderung droht (Bundesgesetz: KJHG/SGBVIII) gestellt werden.
Bobath-Therapie
Es ist ein Konzept, dass nach seinen Entwicklern Dr. h.c. Berta Bobath (Krankengymnastin) und ihrem
Dr. Karel Bobath ( Neurologe) benannt ist. Es ist einen wichtigen Ansatz in der Pflege und Therapie neurologisch
und rückenmarksgeschädigter Patienten.
Ziel ist es den Patienten unter starkem Einbezug seiner betroffenen/gelähmten Körperhälfte, wieder so selbständig
wie möglich Handeln zu lassen. Dies geschieht durch Stimulationen und soll die beiden Körperhälften in Einklang
halten. Der Patient lernt durch Unterstützung und Anleitung, durch Übungsbehandlungen, aber auch Transfers,
Lagerungen, Alltagsaktivitäten (An- und Ausziehen, Körperpflege, etc.) wieder das Gefühl für eine normale Bewegung.
Es ist als 24-Stunden Konzept ausgelegt und somit soll der Patient in der Therapie und auch in seinem häuslichen Umfeld zum „Lernen“ angeregt werden.
PNF-Therapie
Steht für Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation nach Kabat und Knott.
Gestörte Bewegungsabläufe sollen normalisiert werden. Druck- und Dehnungsrezeptoren in Muskeln, Sehnen und
Gelenken werden durch Druck, Dehnung, Entspannung oder Streckung stimuliert. Dadurch kommt es zu einer vermehrten
Reaktion in den Muskeln. Wichtig ist die Summation der Reize: taktil, visuell, akustisch oder über Muskel,
Sehnen- und Gelenkrezeptoren. Ziele sind die Normalisierung der Muskelspannung, Förderung der motorischen
Kontrolle, Mobilität, Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Koordination.
Perfetti-Therapie
Auch hier geht es um die Reorganisation des Nervensystems nach einer Schädigung. Diese Reorganisation muss als
allererstes im Gehirn stattfinden und soll dann zu einer Veränderung im Bereich der Muskelkontraktionen führen.
Dieses soll durch cognitiv-therapeutische Übungen geschehen, denn Lernen geschieht durch Denkprozesse, die der
Patient aktivieren soll. Der Patient soll lernen seinen abnormen Bewegungen zu spüren und zu kontrollieren um zu
normaler Bewegung zu kommen. Bei vielen Übungen werden die Augen geschlossen, damit der Patient sich nicht selbst
durch das was er sieht in seinem Spüren und lernen zu behindern.
Affolter-Therapie
Das Affolter-Konzept wird auch „geführte Interaktionstherapie“ genannt. Die wahrnehmungsgestörten Patienten
sollen praktisch und alltagsbezogen lernen. Das Führen an Händen und Körper während einer Handlung sollen zu
einer Verbesserung der gespürten Informationssuche beitragen. Das Führen bedeutet, dass eine andere Person
(Therapeut, Pflegepersonal, Angehöriger) mit der Hand, dem Körper Handlungen so ausführt, dass eine Beziehung
zwischen dem Patienten und seiner Umwelt hergestellt werden kann.
Basale Stimulation
Ist ein zur Förderung schwerst mehrfach behinderter Kinder entwickeltes Konzept, dass den Menschen im
Mittelpunkt sieht. Durch das Einwirken isolierter Reize soll die Wahrnehmungsfähigkeit angeregt werden,
wenn scheinbar alle geistigen und kommunikativen Beziehungen verhindert sind. Ziel ist die Herstellung,
Erweiterung und Festigung von Handlungs-, Kommunikations- und Erlebnisfähigkeit, z.B. durch das Snoezeln
oder taktile Stimulationen, durch einen Igelball, unterschiedliche Oberflächen, Bürsten etc., um so einen
intensiven Kontakt zwischen Patient und Umwelt herzustellen. Hauptsächlich wird die basale Stimulation bei
Alzheimer-Patienten, Schädel-Hirn-Trauma-Patienten, bewusstlosen, desorientierten, sterbenden, behinderten
Menschen und frühgeborenen Menschen eingesetzt.